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Dekubitus Grad III

Im Überblick

  • Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür. Es entsteht, wenn ein Patient zu lange in einer Position liegt oder starken Druckkräften ausgesetzt ist.
  • Haut und Gewebe werden nicht genug durchblutet und sterben ab. Es bilden sich chronische Wunden.
  • Ein Dekubitus wird in vier Grade eingeteilt. Sie zeigen den Verlauf der Heilung an.
  • Bei einem Dekubitus Grad III treten tiefe, offene Geschwüre und Wunden auf.
  • Wichtige Pfeiler der Therapie sind sofortige Druckentlastung, Wundreinigung bzw. Débridement und die Versorgung der Wunde mit Wundverbänden und –auflagen.

Welche Grade gibt es bei einem Dekubitus?

Dekubitusgeschwüre sind chronische Wunden, die im schlimmsten Fall sogar Muskeln und Knochen zerstören können. Ein Dekubitus wird definiert als „lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften“ (National Pressure Ulcer Advisory Panel und European Pressure Ulcer Advisory Panel, Europäisches Beratungsgremium für Dekubitus, abgekürzt EPUAP). Die „Tiefe“ einer Wunde teilt man in vier Kategorien ein. Der Begriff Kategorie soll den bisherigen Ausdruck Schweregrad ersetzen, der eine fortschreitende Verschlechterung suggeriert. Besser eignet sich die Formulierung „Heilung einer Kategorie I, II, III oder IV“, um den Verlauf der Heilung zu beschreiben.

Dekubitus-Grade im Überblick
Dekubitus-Grade im Überblick

Wie wird ein Dekubitus Grad III diagnostiziert?

Einen Dekubitus des Stadiums III erkennt man an folgenden Merkmalen:

  • Vollständiger Verlust der Haut an den betroffenen Stellen.
  • Subkutanes (unter der Haut) Fett bzw. Gewebe kann sichtbar sein.
  • Tiefe, offene Geschwüre.
  • Gesunde Haut kann von nekrotischen (abgestorbenem) Gewebe durchzogen sein (sogenannte Taschenbildung).

Welche Therapie hilft bei Dekubitus Grad III?

Sofortige Druckentlastung ist die erste Schritt in der Behandlung eines Dekubitus. Daher müssen Pflegekräfte zunächst für Druckentlastung sorgen (Kausaltherapie). Lagerungshilfen wie zum Beispiel Kissen und Keile und spezielle Dekubitusmatratzen helfen, den Druck auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Druckentlastend ist es auch, Patienten in regelmäßigen Abständen in neue Positionen zu bringen (Positionsverlagerungen). Erst nach diesen Maßnahmen kann eine Wunde mit Wundverbänden behandelt werden (Lokaltherapie). Eine moderne Wundversorgung beachtet die Grundsätze der phasengerechten Wundheilung. Hydroaktive bzw. feuchte Wundverbände schaffen ein feuchtes Wundklima, ähnlich dem natürlichen Milieu der Haut. Feuchtigkeit tut der Heilung gut, weil sie sowohl den Gewebeaufbau (Granulation) als auch die Neubildung von Gewebe, also das sogenannte Narbengewebe (Epithelisierung), unterstützt.

Was bedeutet phasengerechte Wundversorgung?

Für die Behandlung einer Wunde ist entscheidend, in welchen Phasen sich die Wundheilung befindet. Man unterscheidet hier drei Phasen.

Dementsprechend arbeiten Wundexperten bei der Wundversorgung nach folgenden Grundsätzen:

  • Débridement – die Wunde reinigen und abgestorbenes Gewebe entfernen.
  • Förderung des Granulationsgewebes – die Wunde feuchthalten.
  • Förderung der Epithelisierung (Epithel ist die oberste Zellschicht des Haut- und Schleimhautgewebes) – Feuchthalten und Schutz des Epithels beim Verbandswechsel.

Wie wird die Wunde bei einem Dekubitus Grad III therapiert?

Leider kann sich die Heilung im Stadium III eines Dekubitus sehr lange hinziehen. Da die Wunde von Nekrosen bedeckt ist, muss in der Regel in diesem Stadium ein Débridement mit chirurgischen Mitteln erfolgen (Skalpell, Pinzette, Ringkürette etc.). Liegt die Wunde nicht zu tief, verschließt man sie meist mit einem Schaumverband bzw. einem Hydropolymer-Verband. Er hat den Vorteil, Wundsekret in ein festes Schwammgerüst aufzunehmen. Das Material quillt zwar auf, wird aber nicht flüssig. So ist es verhältnismäßig leicht, den Verband ohne viel Rückstände von der Wunde zu entfernen.