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Exsudation

Im Überblick

  • Exsudation nennt sich die erste Phase der Wundheilung.
  • In dieser Phase bildet der Körper viel Wundsekret (Exsudat), um die Wunde zu säubern.
  • Durch die Arbeit des Gerinnungssystems wird die Blutung gestillt und ein Wundpfropf gebildet. Das Immunsystem versucht, eine Infektion abzuwehren.

Was ist die Exsudationsphase?

Die erste Wundheilungsphase heißt Exsudationsphase, auch Reinigungs- oder Entzündungsphase genannt. Denn mittels einer Entzündungsreaktion (nicht zu verwechseln mit einer Infektion!) wird viel Wundsekret produziert, das Bakterien und Zelltrümmer aus der Wunde ausschwemmt. Das Wundsekret heißt auch Exsudat – daher kommt der Name Exsudation. In der Exsudationsphase wird die Wunde also gesäubert.

Wundheilungsphasen einer typischen chronischen Wunde
Wundheilungsphasen einer typischen chronischen Wunde

Was passiert dort genau?

a) Die Blutung wird gestoppt

Schneidet man sich in den Finger, fällt man auf ein Knie, blutet die Wunde zunächst. Schon mit dieser ersten Reaktion versucht der Körper, eingedrungene Fremdkörper oder zerstörtes Gewebe auszuspülen. Doch damit der Körper nicht zu viel Blut verliert, ziehen sich die Blutgefäße schon nach wenigen Sekunden zusammen, um die Blutung zu stoppen. Gleichzeitig wird das Gerinnungssystem durch etwa 30 (!) verschiedene Gerinnungsfaktoren aktiviert: Zunächst klumpen sich an der verletzten Stelle Blutplättchen (Thrombozyten) zusammen, sodass ein Blutpfropf (Thrombus) entsteht, der die Wunde verschließt. Anschließend bildet sich ein feines Netz aus Fibrinfasern um den Thrombus – Fibrin ist eine Art Klebstoff. Dadurch wird der Blutpfropf stabiler.

b) Fremdkörper werden „aufgefressen“

Botenstoffe lösen eine Entzündungsreaktion aus: Weil die Wundheilung Wärme braucht, weiten sich die Gefäße wieder, dadurch wird die Durchblutung gefördert, das Wundgebiet erwärmt sich. Die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren, werden durchlässiger, sodass vermehrt Blutzellen in den Wundbereich einwandern. Dieses Wundsekret enthält Blutzellen, die Fremdkörper, Zelltrümmer oder Bakterien unschädlich machen können. Dabei handelt es sich vor allem um Makrophagen und Granulozyten. Beide Zelltypen gehören zu den weißen Blutkörperchen und werden auch Fresszellen genannt, weil sie die Eindringlinge umschließen und zerstören können. Makrophagen und Granulozyten sind Teil des Immunsystems, weil sie Infektionen abwehren können.

c) Wachstumsfaktoren werden gebildet

Darüberhinaus sondern Makrophagen und Granulozyten für die Wundheilung wichtige Wachstumsfaktoren ab, die die nächsten Phasen der Wundheilung, die Granulation und die Epithelisierung, einleiten. Bei akuten Wunden ist die Exsudationsphase normalerweise in drei Tagen abgeschlossen, bei chronischen Wunden – wie Dekubitus, Ulcus cruris (offenes Bein) oder dem diabetischen Fußsyndrom (diabetischer Fuß) – ist diese Phase aufgrund einer Wundheilungsstörung oft stark verlängert.