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Ulcus cruris venosum

Im Überblick

  • Ein Ulcus cruris venosum geht auf eine chronisch-venöse Insuffizienz, also eine Venenschwäche zurück
  • Bei einem Ulcus cruris venosum staut sich das Blut im Unterschenkel
  • Eine Kompressionstherapie hilft dabei, dass das Blut wieder nach oben gepumpt wird
  • Zusätzlich bringen Venengymnastik und Kneipp-Anwendungen die Venen wieder in Schwung

Was ist ein Ulcus cruris venosum?

Bei einem Ulcus cruris venosum handelt es sich um eine chronische Wunde in Form eines venösen Geschwürs am Unterschenkel. Die für den Ulcus cruris verantwortliche Venenschwäche wird in der Fachsprache als chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) betitelt. Dabei ist das venöse Beingeschwür die häufigste Form für einen Ulcus cruris, der allgemein auch als offenes Bein bezeichnet wird. Bei bis zu 80% aller Betroffenen ist eine chronisch-venöse Insuffizienz für das offene Bein verantwortlich..

Wie entsteht ein Ulcus cruris venosum?

Ein Geschwür am Unterschenkel, das nicht heilen will: Ein Ulcus Cruris Venosum („offenes Bein“) ist die schwerste Komplikation einer chronisch-venösen Insuffizienz. Die chronische Wunde entsteht, weil die Venen es nicht mehr schaffen, das verbrauchte Blut nach oben Richtung Herz zu pumpen. Durch den Blutstau ist das Gewebe so schlecht versorgt, dass sich eine chronische Wunde am Unterschenkel bildet, das bis tief in die Haut reicht.

Ulcus Cruris Venosum – Gestörter Venenfluss als Ursache
Ulcus Cruris Venosum – Gestörter Venenfluss als Ursache

Wie kann man ein Ulcus cruris venosum verhindern?

Um ein Ulcus cruris venosum möglichst zu vermeiden, ist es wichtig, eine Arztpraxis schon bei den ersten Warnhinweisen aufzusuchen:

  • stechende oder ziehende Schmerzen in den Waden,
  • ein Schwere- oder Spannungsgefühl in den Beinen,
  • Schwellungen am Knöchel oder beginnende Krampfadern.

Dann ist noch Zeit, die Entstehung eines Ulcus cruris venosum zu verhindern. Ist bereits eine Wunde entstanden, muss eine Ärztin oder Arzt eine genaue Diagnose stellen: Handelt es sich wirklich um ein Ulcus cruris venosum – geht das Geschwür also auf eine chronisch-venöse Insuffizienz zurück oder vielleicht auf die periphere arterielle Verschlusskrankheit? Dann nämlich würde es sich um ein Ulcus cruris arteriosum handeln, was eine andere Therapie erfordert.

Wie wird ein Ulcus cruris venosum behandelt?

Die Therapie setzt an den Ursachen an, bei einem Ulcus curis venosum geht es also darum, die chronisch-venöse Insuffizienz in den Griff zu bekommen. Das heißt, Krampfadern müssen eventuell verödet oder herausgezogen werden, bei einer Venenthrombose (postthrombotisches Syndrom, siehe chronisch-venöse Insuffizienz) erfolgt eine Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten. Und natürlich muss eine fachgerechte Wundversorgung erfolgen.

Das A und O bei der Behandlung eines Ulcus cruris venosum ist die Kompressionstherapie. Die Krankenschwester und Wundexpertin Kerstin Protz, Vorstandsmitglied im Wundzentrum Hamburg e.V, betont in ihrem Buch „Moderne Wundversorgung“: „Kompression kann nicht alles, aber ohne Kompression kann nichts erreicht werden!“ Durch einen Kompressionsverband oder -strumpf wird so viel Druck auf die ausgeweiteten Venen ausgeübt, dass sich ihr Durchmesser verringert und im günstigsten Fall die Venenklappen wieder richtig schließen. Die Fließgeschwindigkeit des Blutes nach oben wird nahezu verdoppelt, so Protz, und das Blut kann wieder besser aus dem Bein abtransportiert werden.

Durch eine Kompressionstherapie gehen Schwellung und Schmerzen zurück und das Ulcus cruris venosum kann abheilen. So erleichtert Patientinnen und Patienten sein können, wenn die Wunde sich nach einer langen Leidenszeit wieder geschlossen hat: Auf die Kompressionsstrümpfe können sie leider nicht verzichten. Auch nach der Abheilung ist eine Kompressionstherapie notwendig, sonst ist die Gefahr groß, dass ein neues Geschwür entsteht.

Was können Patienten selber tun?

Eine Kompressionstherapie kann allerdings nur funktionieren, wenn ihr die Muskelpumpen zu Hilfe kommen. Das heißt, dass Patientinnen und Patienten für ausreichende Bewegung, Venengymnastik und Sport sorgen sollten. Weil bei einem Ulcus cruris venosum die Gefahr besteht, dass das Sprunggelenk steifer wird, ist es wichtig, viel zu gehen: ein strammer Spaziergang, bewusst Treppen steigen, Walken oder Nordic Walking sind mögliche Varianten. Der Besuch einer Venensportgruppe ist empfehlenswert. Beim Venensport wird besonders viel Wert darauf gelegt, die Muskelpumpen in den Beinen zu aktivieren. Patientinnen und Patienten können auch zu Hause oder im Büro viel für ihre Venenfitness tun, indem sie regelmäßig Gymnastikübungen machen – am besten eine halbe Stunde pro Tag und am besten barfuß oder mit Socken.

Auch mit dem Fuß über einen Ball rollen oder nach einem Tuch oder Stift greifen, hält die Venen fit. Und möglichst viel barfuß gehen, am besten am Strand, im taunassen Gras oder Schnee. Und damit wären wir bei den Wasserheilverfahren nach Kneipp: Wasser treten, Wechselbäder, Beine täglich kalt abduschen – solche erfrischenden Anwendungen bringen die Venen in Schwung. Flache Schuhe tragen, Hitze vermeiden und bei Übergewicht abnehmen – das alles zusammen kann zusätzlich zu einer Kompressionstherapie dafür sorgen, dass ein Ulcus cruris venosum abheilt und sich auch kein neues Geschwür mehr entwickelt.

Weiterführende Informationen

  • Kerstin Protz: Moderne Wundversorgung. Elsevier 2016 (8. Auflage).
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie: www.phlebology.de. Dort können Sie nach Venenspezialisten suchen.